Natürlich brachte das Jahr noch einige weitere Erkenntnisse, von denen nicht alle unbedingt schon vorher klar waren.
So wissen wir seit 2011, dass Copy and Paste im Rahmen von wissenschaftlichen Arbeiten in unserer Gesellschaft weit verbreitet ist. Insbesondere Politiker tun dies, da sie ja ach so wenig Zeit haben, ihre Arbeiten ehrlich zu verfassen. Das kostet dann zwar das Amt, aber weitere Strafen bleiben in der Regel aus.
Wenn man kein Politiker ist, verhält es sich in der Regel anders, wie das Beispiel "Bienchens Welt" zeigt.
Das Smalltalk Forum Bienchens Welt wurde quasi Copy and Paste Täter und Opfer zugleich. Schon vor einigen Jahren war dort ein Beitrag erschienen, der große Teile aus einem Zeitungsbericht beinhaltete (hier allerdings mit Quellenangabe). Über diesen Beitrag wurde dann von den Forumsteilnehmern rege diskutiert. Das war der Zeitung auch völlig egal, wahrscheinlich freute es sie sogar, denn so kamen immerhin mehr Leser auf ihre Seite bzw. redeten übe die Zeitung. Doch die Nachrichtenagentur, die Teile des Textes verfasst hatte, fand die illegale Kopie Jahre später im Rahmen einer Suche nach solchen Kopien (um damit Geld zu verdienen möchte man annehmen) und forderte Schadensersatz.
Insgesamt waren zwar nur rund 10 Nutzer im Forum gemeldet und eigentlich hatte der Text (eine Kritik zu einem Buch über Frauenthemen) auch subjektiv gesehen gar nicht die schöpferische Höhe, um irgendwie schützenswert zu sein, doch wollte die Nachrichtenagentur (oder genauer gesagt der beauftragte Anwalt) einen dreistelligen Betrag als Schadensersatz. Da ein Rechtsstreit noch teurer geworden wäre, musste Bienchens Welt zahlen und stelle daraufhin im Herbst 2011 den Betrieb ein.
Vorerst gescheitert könnte man sagen.
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