Habt ihr ein Zeitungsabo? Die meisten werden diese Frage sicherlich mit »Nein« beantworten. Bei Preisen um 25 Euro überlegt man es sich natürlich auch genau, ob man das, was es am Abend zuvor schon im Netz gab, am nächsten Morgen noch mal auf Papier lesen will. Ein Blick auf Spiegel-Online, eine Kontrolle der Twitter-Meldungen, ein Besuch bei heute.de und tagesschau.de, wahlweise auch vom Smartphone aus über die App, reicht meistens aus, um zu wissen, was in der Welt passiert. Daneben gibt es noch unendlich viele Apps, die einem die Welt der Presse auf den Bildschirm bringen, ohne dass man sich dabei auf eine Nachtichtenquelle beschränken muss. AFP, Bloomberg, Deutsche Welle, dpa, Euronews, Reuters, Stern, SID, PC-Welt, Gala und viele Quellen mehr lassen sich z.B. über die App News Republic abrufen. All das sind Gründe, warum ich schon seit Jahren kein Tages-Zeitungsabonnement mehr habe.
So ganz kann ich mich aber nicht von der Zeitung trennen. Ich habe »Die Zeit« im Online-Abo (als PDF und ePub-Datei) und jede Woche liegt »Time Magazin« im Briefkasten.
Doch mit der Kostenlos-Kultur im Netz könnte bald Schluss sein. Immer mehr Zeitungen verstecken ihre Inhalte hinter einer (leider oft unverhältnismäßig teuren Paywall). Der Bundesverband der Zeitungsverleger hat dazu jetzt eine Studie veröffentlicht.
BDZV-Studie Paid Content: Online-Abo kostet durchschnittlich acht Euro
Berlin (ots) - Immer mehr Zeitungen in Deutschland setzen auf Vertriebsumsätze im Internet. Mittlerweile hätten 70 Zeitungstitel Paid-Content-Modelle auf ihren Websites installiert, erklärte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) heute in Berlin. Gegenüber dem Vorjahr bedeute dies einen Zuwachs um 75 Prozent.
»Die Zahlen zeigen: Die Menschen sind bereit, auch in der Digitalwelt für gute journalistische Inhalte zu bezahlen«, unterstreicht Hans-Joachim Fuhrmann, Mitglied der BDZV-Geschäftsleitung, und ergänzt: Online-Vertriebserlöse seien neben weiteren Innovationen im Anzeigengeschäft elementar für langfristig erfolgversprechende Geschäftsmodelle. Für Ende 201
4 rechnet der BDZV mit über 100 Zeitungen, die ihre Websites gegen Entgelt anbieten. Wie die BDZV-Untersuchung weiter zeigt, setzen zwei Drittel der Verlage auf ein Online-Abo, das im Durchschnitt acht Euro pro Monat kostet. Ein Tagespass, den über 60 Prozent anbieten, kostet im Schnitt 1,10 Euro. Nur bei wenigen Verlagen (fünf Prozent) besteht die Möglichkeit, einzelne Artikel zum Preis zwischen 3 und 30 Euro-Cent zu kaufen. Darüber hinaus bieten immer mehr Häuser auch ein Digital-Abonnement bestehend aus komplettem Online-Zugang und E-Paper an, das durchschnittlich 19,30 Euro teuer ist.
Gefragt nach den genutzten Paid-Content-Modellen zeigt die Expertise einen klaren Trend auf: Demnach setzen 71 Prozent der Zeitungen auf die Freemium-Variante. Hierbei entscheidet die Redaktion, welche Beiträge kostenpflichtig sind. Knapp ein Viertel nutzt die sogenannte Metered-Version, bei der im Schnitt 17 Klicks frei sind.
Bei fünf Prozent der Verlage sind sämtliche Artikel nur gegen Entgelt lesbar und eine Zeitung setzt auf eine freiwillige Bezahlung. Die Liste mit den Zeitungen, die Paid Content eingeführt haben, ist unter www.bdzv.de/paidcontent.html zu finden.
Soweit diese Meldung. Dass Zeitungsleser bereit sind, für gute journalistische Inhalte zu zahlen, wundert mich allerdings sehr. Das war meiner Meinung nach in der breiten Masse noch nie der Fall, warum sollte es jetzt plötzlich so sein?
Und solange es noch Zeitungen und Magazin gibt, die ihre Inhalte kostenlos anbieten (Spiegel, Fokus, Huffington Post usw.), werden es die Pay-Zeitungen schwer haben.
Habt ihr eine Zeitung im Online-Abo?

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